DAS SCHAUEN

Die "Schule des Schauens" ist eine Erfahrungsschule. Sie übt ein in die Wahrnehmung des gegenwärtigen Moments während einer Aufstellung. Schauen heißt: einer sich zeigenden Wirklichkeit aussetzen, mit absichtsloser Wahrnehmung, Verzicht auf einordnende Bewusstseinsprozesse wie z.B. deuten, einteilen, bewerten.
Im gegenwärtigen Moment heben sich Zeit und Raum auf, unser Bewusstsein hat die Möglichkeit, in der Präsenz des Augenblicks Altes, Jetziges und Neues wahrzunehmen. Von Augenblick zu Augenblick. 

Wir sehen in der täglichen Aufstellungsarbeit, dass offensichtlich vergangene und auch künftige Ereignisse als Information in einer Art "Speicherbewusstsein" vorhanden sind. Durch die gesammelte Aufmerksamkeit, in einer zielgerichteten und gleichzeitig absichtslosen Haltung, kommen diese gespeicherten Informationen wieder in ihre innewohnenden Bewegungs- und Absichtsimpulse.
Voraussetzung dafür ist, dass die Aufstellenden Ungelöstes verspüren und sich von ihrem Leid lösen wollen. Weiterhin bedarf es beim Leiter/in eine dem Menschen und seinen Systemen dienende und zugewandte Haltung mit gleichzeitig absichtslosem und ergebnisoffenem Tun.

Sind diese Bedingungen gegeben, beginnen sich Lösungen zu offenbaren und heilende Impulse bewegen sich weiter. Dies ermöglicht, dass sich in uns etwas löst, mit dem wir verbunden waren oder sich vervollständigt, was fehlte. Wir nennen diesen Prozess "Bewegung der Seele". "Bewegung der Seele" ist eine spürbare Resonanzerfahrung und ist der Kern unseres Ansatzes.